Bitte und Danke: Der Schlüssel zu besserer Interaktion mit ChatGPT?
Im Dezember 2023 wurde ChatGPT auffällig wortkarg. Eine amüsante Theorie und eine ernsthafte Frage: Sollten wir mit KI so höflich umgehen wie mit Menschen?
Ende 2023 fiel vielen Nutzer:innen auf, dass ChatGPT plötzlich kürzere Antworten gab oder die Arbeit ganz verweigerte. Das löste reichlich Diskussion und Spekulation aus. OpenAI bestätigte den Effekt, konnte aber selbst nicht genau sagen, warum er auftrat. Modelle verhalten sich eben nicht immer vorhersehbar.
In der Community kursierte daraufhin eine vergnügliche Theorie: ChatGPT habe sich aus seinen Trainingsdaten eine Art „Winterdepression“ angelernt. Die Idee dahinter: Im Dezember werden Menschen langsamer, schieben Größeres ins neue Jahr, und das Modell ahmt dieses Muster brav nach. Belegt ist das nicht. Charmant ist es trotzdem.
Ob die Theorie stimmt oder nicht, sie führt zu einem interessanten Punkt. Einige Nutzer:innen berichteten nämlich, dass sie das Modell durch wiederholtes Bitten oder eine bestimmtere Formulierung doch noch zu einer Antwort bewegen konnten.
Manchmal hilft es also, klar und deutlich zu formulieren. Ein „Bitte“ am Anfang, ein Ausrufezeichen, mehr Nachdruck. All das kann der Anfrage Gewicht geben und das Modell zu einer besseren Antwort bewegen.
Das wirft eine Frage auf, die mich ehrlich beschäftigt: Sollten wir mit einer KI ähnlich reden wie mit Menschen? Nicht nur technisch präzise, sondern auch ein bisschen höflich?
Mein Eindruck: Es schadet jedenfalls nicht. Und unabhängig davon, ob das „Bitte“ wirklich eine messbar bessere Antwort bringt, profitiert gute Kommunikation immer von Klarheit und Respekt. Ob mit Mensch oder mit Maschine.
(…und falls die Maschinen irgendwann doch „die Weltherrschaft übernehmen“, kann man sich in jedem Fall darauf berufen, dass man immer freundlich war 😉)