GPTs in ChatGPT: personalisierte KI ohne Programmieren
Mit den GPTs in ChatGPT richtet man sich eigene, vorkonfigurierte KI-Helfer ein, die so antworten, wie man es braucht. Ganz ohne Programmierkenntnisse. Hier steht, wie das geht und wofür sich der Aufwand lohnt.
Ein GPT ist eine eigene Version von ChatGPT, die man einmal mit Anweisungen und Material vorkonfiguriert und danach immer wieder gleich nutzt. Statt dem Chat bei jedem Mal aufs Neue Rolle, Tonfall und Hintergrund zu erklären, steckt das alles schon im GPT. Man baut sich also einen spezialisierten Helfer für eine wiederkehrende Aufgabe. Das geht ohne eine Zeile Code.
Wie man einen GPT einrichtet
Der Aufbau ist schnell erklärt. Vier Schritte reichen:
- 01Ziel festlegen: Wofür soll der GPT da sein? Kundensupport, kreative Inhalte, technische Fragen. Je klarer die Aufgabe, desto besser das Ergebnis.
- 02Anweisungen geben: Beschreiben Sie, wie er antworten soll. Sprache, Tonfall, feste Begriffe, Dinge, die er vermeiden soll.
- 03Material hinterlegen: Geben Sie ihm die Unterlagen mit, auf die er sich stützen soll. Etwa Ihre FAQ, eine Produktbeschreibung oder einen Styleguide.
- 04Testen und nachschärfen: Ein paar echte Fragen durchspielen, die Anweisungen anpassen, bis die Antworten sitzen.
Das Einrichten selbst funktioniert übrigens im Gespräch: ChatGPT fragt im Konfigurator nach, was der GPT können soll, und baut ihn mit.
Fünf Anwendungsfälle
Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Fünf Beispiele, die in der Praxis gut funktionieren:
- 01Kundensupport: Mit Ihren eigenen FAQ und Hilfetexten gefüttert, beantwortet ein GPT wiederkehrende Fragen sofort und in gleichbleibender Qualität, rund um die Uhr.
- 02Werbeanzeigen: Texte für Anzeigen zu schreiben kostet Zeit. Ein GPT, der Ihre Marke und Tonalität kennt, liefert Varianten als Ausgangspunkt, die Sie nur noch auswählen und feilen.
- 03Use Cases erklären: Sie haben ein Produkt und wollen es für unterschiedliche Kund:innen greifbar machen. Geben Sie die Zielgruppe an, der GPT formuliert passende Anwendungsbeispiele.
- 04Technische Fragen: Fragen zu einem bestimmten Setup, etwa einem Raspberry Pi unter Linux, lassen sich in einem spezialisierten GPT bündeln, der den Kontext schon kennt und nicht jedes Mal neu erklärt werden muss.
- 05Übersetzen: Ein GPT, der eingegebene Sätze ohne weitere Anweisung in eine feste Zielsprache übersetzt, spart bei mehrsprachiger Kommunikation jeden Tag ein paar Handgriffe.
Für sich behalten oder teilen
Ein GPT kann privat bleiben, nur für Sie. Er lässt sich aber auch teilen, per Link oder im Team. Das ist der eigentliche Hebel im Arbeitsalltag: Alle greifen auf denselben, durchdachten Helfer zu, statt jede:r für sich an eigenen Prompts zu basteln. Das hält die Ergebnisse konsistent und spart die Einarbeitung.
Bonus: einen GPT mitten im Chat aufrufen
Man muss einen GPT nicht extra öffnen. In einem laufenden Gespräch genügt ein @ gefolgt vom Namen, dann übernimmt der gewählte GPT die nächste Antwort und der bisherige Kontext bleibt erhalten. Zum Beispiel: „@KundensupportGPT, wie setze ich das Passwort zurück?“ So holt man sich den passenden Helfer dazu, ohne den Gesprächsfaden zu verlieren.
Was Gratis- und Bezahlversion können
Hier hat sich seit dem ersten Erscheinen dieses Beitrags etwas getan, deshalb der aktuelle Stand: Eigene GPTs erstellen und teilen geht weiterhin nur in den Bezahlplänen. Fertige GPTs nutzen, eigene oder die aus dem GPT Store, ist inzwischen auch in der Gratisversion möglich, im Rahmen des dortigen Nutzungslimits. Das @ im Chat bleibt den Bezahlversionen vorbehalten. Wer also nur ausprobieren will, kommt kostenlos weit. Wer selbst baut, braucht ein Abo.
GPTs sind ein guter Einstieg, weil der Aufwand klein und der Effekt sofort spürbar ist. Suchen Sie sich eine Aufgabe, die Sie ohnehin jede Woche erledigen, und gießen Sie sie einmal in einen GPT. Genau solche Übungen machen wir auch in Workshops: an echten Aufgaben aus dem Alltag, mit etwas, das danach im Team bleibt.